Auf den Straßen von Panamá

Vor vielen Jahrzehnten wurden die Länder unserer Erde einmal grob in drei Kategorien eingeteilt. Es entstanden „Erste-bis-dritte-Welt“-Länder, die hinsichtlich ihrer sozialen, ökonomischen und infrastrukturellen Standards voneinander unterschieden werden. Inzwischen werden jene Länder, die in puncto materiell definierter Lebensqualität gegenüber der „ersten Welt“ aufgeholt haben, anerkennend eher „Entwicklungsländer“ oder auch „Schwellenländer“ genannt.  Als ein solches wird auch Panama immer noch eingeordnet. Umso mehr sind wir Deutsche als verwöhnte Vertreter eines so genannten „Erste-Welt-Landes“ erstaunt, wenn wir auf den Straßen Panamas unterwegs sind…

Die weltberühmte „Panamericana“, die sich als längste Straße der Erde 25.750 Kilometer von Alaska im Norden des amerikanischen Kontinents bis nach Feuerland zieht, ist natürlich als Hauptverkehrsader Panamas auch Gegenstand ständiger Instandhaltung auf hohem Niveau. Sie verläuft in Panama vierspurig von der Grenze zu Costa Rica im Westen 775 Kilometer weit östlich nach Yaviza, dem Beginn des ca. 90 Kilometer langen „Darien-Gaps“, einer unerschlossenen Dschungelzone im Grenzbereich zu Kolumbien.  Aber auch abseits vom Prestige-Highway rollt man auf Hauptstraßen sowie in Panama City weitestgehend über glatten Asphalt, wie man es inzwischen nicht einmal mehr in etlichen Gegenden Deutschlands erlebt.

Unabhängig von der sich stetig verbessernden Qualität der Verkehrswege in Panama, verdient deren Nutzung unbedingt Erwähnung. Für voraus schauend und entspannt Auto fahrende Zeitgenossen ist das Verhalten vieler panamaischer, vor allem männlicher Autofahrer eine echte Herausforderung, scheint doch – nicht nur im Gewühl von Panama City – nur eine einzige Regel zu gelten: ICH zuerst! Es können einige Tage oder gar Wochen vergehen, bis man diesen temperamentvollen und aggressiv wirkenden Fahrstil einzuschätzen vermag und auch mental akzeptiert. Letzteres fällt gottlob nicht so schwer, da die Panamaer sehr herzliche und freundliche Menschen sind…solange sie nicht am Steuer eines PKW sitzen…;-)

Und dann beobachtet man auf den Straßen Panamas immer wieder so wunderbare Zeichen von Anmut und Fülle, die einen schmunzeln lassen...

Sehr beliebt auf Panamas Straßen sind Polizeikontrollen, ganz gleich, ob es sich dabei um eine Führerschein-Kontrolle handelt oder um Geschwindigkeitsmessungen, die umso häufiger durchgeführt werden, je näher man auf der bereits erwähnten „Panamericana“ der Hauptstadt Panama City kommt. Im Gegensatz zu Europa gibt es allerdings keine elektronische „Verkehrsüberwachung“, sondern alles ist noch „solide Handarbeit“ mit Laserpistolen…

Apropos „Panamericana“: besonders zu Beginn und zum Ende von Sonn- und Feiertagen kann es des Öfteren passieren, dass die zwei stadteinwärts führenden Fahrspuren vom erhöhten Fahrzeugaufkommen dicht sind und man nur im Schneckentempo vorankommt. Meistens reagiert dann die Polizei flexibel und eröffnet eine dritte Spur, indem sie die auswärtsführende Überholspur schlicht „umpolt“.


Wenn einem das Fahren im eigenen (Leih)Wagen zu stressig erscheint, kann man Busse benutzen, die in recht hoher Frequenz alle größeren Orte Panamas ansteuern. Das ist sehr preiswert und unkompliziert, halten doch die Busse auch abseits der regulären Haltestellen überall am Straßenrand auf einfaches Handsignal hin. Jeder Bus hat einen „Steward“, dem man beim Zustieg am besten sein Reiseziel nennt, damit er einem als Ortsfremden dann den Ausstieg anzeigen kann. Zudem kassiert er auch das Beförderungsentgelt.  Einen kleinen, im wahrsten Sinne des Wortes „spürbaren“ Nachteil haben großgewachsene Menschen – was in Panama bereits bei etwa 1,75 Meter startet -, wenn der ausgewählte Kleinbus voll ist und alle Sitzplätze belegt sind. Dann müssen jene sich echt verdrehen und klein machen, was auf Dauer echt anstrengend sein kann. Ein wenig entschädigt dann der wirklich niedrige Preis und der damit verbundene Trost: lieber schlecht (= unbequem) gefahren, als gut gelaufen…

Und ja, natürlich kann man sich von A nach B auch mit dem Taxi kutschieren lassen, was im Vergleich zu Deutschland gerade auf längeren Strecken auch noch erschwinglich ist. Nur sollte man stets den Preis vor Abfahrt aushandeln, damit man sich späteren Stress erspart.


Hasta luego!

Dietmar  

Du bist verunsischert und möchtest konkrete Handlungsalternativen für Dich erfahren, dann melde Dich jetzt bei mir! Ich freue mich!

Copyright 2020 by chancen-geber.com